Tiefen(un)schärfe ist eines der wichtigsten Mittel in der Fotografie. Nachdem man 3D-Objekte auf ein Blatt Papier “brennt”, geht oft der plastische Effekt verloren und genau da kommt die Unschärfe ins Spiel. Dadurch, das Objekte weiter im Hintergrund liegen, sind sie auch leicht unscharf. Das fällt uns beim täglichen Gebrauch unserer Augen kaum auf, weil die “Blende”, die Iris, natürlich richtig eingestellt ist, damit diese Unschärfe möglichst gering gehalten wird.
Aber bei der Kamera sieht das anders aus, und es ist möglich eben durch die Relation Blende/Zeit wichtige Effekte in Bezug auf die Plastizität hervorzurufen.
Man kann sich merken, je offener die Blende (kleine Zahl) desto unschärfer wird der Hintergrund. Wenn man also ein Detail hervorheben möchte, dann sollte man die Blende möglichst klein einstellen und die Zeit kurz. Im Studio bewirkt das mit dem Blitz gewisse Probleme bei manchen Kameras, wie ihr später auf den Bilder noch sehen werdet. Bei weitläufigen Aufnahmen, auf denen möglichst viel und vorallem scharf abgebildet sein soll, muss man eine möglichst große Blendenzahl wählen und die Zeit dementsprechend gering setzen.
Wie man deutlich sehen kann liegt der Apfel bzw. die hinteren Trauben in einem viel unschärferem Bereich, als die vorne. Natürlich wurde hier darauf geachtet, dass der Fokus auf der vorderen Trauben liegt um das Prinzip zu verdeutlichen. Der Abstand der vorderen Traube zu dem Apfel beträgt ungefähr 10cm. Leider sind die Ausschnitte nicht Identisch. Das liegt aber daran, dass ich die Schraube verschusselt hab, um die Kamera auf das Stativ zu befestigen und deshalb musste ich aus der Hand fotografieren, was natürlich leicht unterschiedliche Einstellungen zur Folge hatte. Aber trotzdem kann man ziemlich deutlich den Unterschied in der Tiefen(un)schärfe sehen.
Und hier sieht man aber auch schon das Problem einer offenen Blende. Durch den unscharfen Bereich verschwimmen die Kanten und es entsteht sehr leicht eine überstrahlte Kante, wenn man noch von einer Kante sprechen kann
. Ich habe versucht dem zum Teil vorzubeugen, indem ich rechts ein schwarzes Tuch angebracht hab, um Reflexionen vorzubeugen. Doch trotzdem wird der Apfel oben auf Überbelichtet. Dies liegt an der Anbringung des Lichts. Es existiert ein Flächenlicht, was ungefähr in einem 45% Winkel über dem Tisch hängt. Dadurch wird das Obst von leicht hinten angestrahlt. Diese Reflexion auf dem Apfel, kann man nur durch einen Dämpfer (in der Regel ein Stück schwarzes Papier) vorbeugen und direkt zwischen Apfel und Lichtquellen anbringen.
Aber es ging ja hier nicht um das perfekte Foto, oder das perfekte Ausleuchten, sondern nur um die Tiefen(un)schärfe.
Zudem kommt es zu noch einem Effekt bei einer kleinen Blendenzahl und einer kurzen Zeit (dieser Effekt ist hauptsächlich durch die kurze Zeit ausgelöst): Wenn man sich das linke Bild anschaut, entdeckt man einen schwarzen Strich unten an der Kante. Dieser Strich wandert ins Bild, wenn ich die Zeit verkürze. Durch den Spiegel und den Blitz kommt es kurzzeitig zu einem Problem in der Belichtung gewissen Bereiche. Eine Möglichkeit dies zu umgehen wäre das Studio abzudunkeln, den Spiegel der Kamera hochzuklappen und dann ins dunkle zu Blitzen. So hat man das Klappen nicht in der Belichtungszeit und es kann kein Streifen entstehen.
Doch hab ich selten erlebt, dass die Zeit dermassen niedrig gesetzt wird, dass man das Benötigen würde. Normalerweise wird im Studio bei Aufnahmen mit dem Blitz die Zeit zwischen 1/150 und 1/250 gelassen und die Helligkeit über die Blende verstellt. Dadurch umgeht man diesen lästigen Effekt und hat trotzdem viele Freiheiten.
Ich hoffe es war verständlich erklärt,
so long

